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Reisebericht

Hier bin ich wieder! Frisch und erholt seit einer Woche zurück aus dem Urlaub. Und ich habe euch was mitgebracht!

Meine Reise durch Schottland und West-England verlief grösstenteils nach Plan- wenn man von den paar unbedeutenden Zwischenfällen mal absieht.

Am 21. Mai fuhren wir mit dem Coach von London nach Edinburgh. Eigentlich nicht weiter schwierig sollte man meinen. Der Motor war da aber anderer Meinung und fing an, mitten auf dem Weg fröhlich zu kochen. Da standen wir dann für drei Stunden in der Autobahnausfahrt und warteten auf einen Ersatzbus.

In Edinburgh angekommen, mussten wir erst mal die Jugendherberge finden, die irgendwo versteckt in einer Seitenstrasse lag. Offensichtlich hatte die für die Wegbeschreibung zuständige Person noch nie vom Konzept ‚Rechts ist da wo der Daumen links ist’ gehört- die Richtungsangaben waren auf jeden Fall falsch! Aber auch dieses Problem wurde mit der tatkräftigen Mithilfe von ein paar ‚Eingeborenen’ gelöst. Allerdings haben mich die kurzen Gespräche mal wieder in eine existenzielle Krise geworfen, da der schottische Dialekt- sagen wir mal- nicht ganz einfach zu verstehen ist.

Die Unterkunft war dann aber ganz nett und wir haben sogar Frühstück gekriegt.

Am nächsten Tag stand dann ein Ausflug in die Vergangenheit auf dem Plan. Da die Freundin mit der ich reiste bei Audio Guide (das ist so eine Organisation, die dir Köpfhörer verkaufen, durch welche du alle wichtigen und nicht so wichtigen Infos kriegst) gearbeitet hat, konnten wir gratis in die Burg rein und bekamen auch noch je einen Audio Guide. Allerdings mussten wir schnell feststellen, dass, wenn wir noch etwas anderes von Edinburgh sehen wollten ausser der Burg, wir nicht die Zeit hatten, uns die ganzen Informationen anzuhören. Ich habe mir dann halt einfach noch ein Buch über die Burg gekauft! Es ist ja auch überhaupt nicht so, dass ich keinen Platz mehr in meinem Koffer hätte!

Später am Nachmittag, nachdem wir die Royal Mile runtergelaufen sind, unternahmen wir zum Entsetzen meiner Begleiterin noch eine kleine Bergtour und kletterten auf den stadteigenen Berg- na gut: Hügel. Und glaubt mir, es war die Mühe wert. Von dort oben konnten wir über die ganze Stadt hinwegblicken.

Am nächsten Tag (23. Mai) ging es dann aber schon wieder weiter, auch wenn ich gerne noch ein wenig in Edinburgh geblieben wäre. Die Stadt ist einfach wunderschön. Ganz anders als Glasgow. Diese Industriestadt ist grossartig zum Shoppen, aber sonst? Dummerweise haben wir für diese Stadt zwei Tage einberechnet. Der Shopping-Tour stand also nichts im Wege. Allerdings war da jedes Mal die Stimme der Vernunft, wenn man dabei war, etwas zu kaufen: „Spinnst du?!! Das musst du dann alles wieder mitschleppen! Und wie willst du das überhaupt alles nach Hause nehmen?!!“ Deshalb bestanden unsere Errungenschaften am Schluss grösstenteils aus Süssigkeiten vom Pound-Store. Mit irgendetwas mussten wir uns schliesslich die Zeit vertreiben. Die Museen hatten wir ja schon durch!

Am Abend des zweiten Tages ging es dann von Glasgow weiter nach Oxenholme. Noch nie davon gehört? Verständlich! Der Ort besteht ja auch nur aus etwa fünfzig Häusern, und keines davon ist ein B&B oder sonst eine Hotel. Das war dann auch der Grund, weshalb wir irgendwo auf einer Wiese übernachteten. Und natürlich musste in dieser Nacht das Wetter von mild auf arktischkalt umschlagen. Wenigstens hat es nicht geregnet. Na gut, es hat nicht geregnet bis es etwa 6 Uhr war.  

Nun ist die Frage, weshalb fährt jemand überhaupt nach Osenholme. Nun ja, wir wollten den Lake District besuchen und Oxenholme war der einzige Ort denn wir bezahlen konnten.

Den Tag verbrachten wir dann damit, entweder im ASDA (Einkaufszentrum) zu sitzen, oder denn See zu suchen, der auf den Bildern im Internet zu sehen war. Wir kamen dann zum Schluss, dass das Internet lügt!

Ihr glaubt gar nicht, wie froh wir waren, als wir am späten Nachmittag völlig durchfroren nach Chester weiterfuhren.  

Diese kleine Stadt war dann die Wiedergutmachung für all unsere Leiden und Frostbeulen der vergangenen Nacht. Man fühlte sich regelrecht in eine andere Zeit zurückversetzt. Die Stadtverwaltung und die Einwohner versuchen so gut wie möglich die alten Häuser zu erhalten, was ihnen auch ganz gut gelingt. Verlässt man dann das Stadtzentrum kommt man an einen Fluss und da sieht man dann auch, wo das Geld von England wohnt. Ich habe selten einen Ort mit so vielen Villen gesehen.

Leider mussten wir dann aber nach einem Tag weiter. Shrewsbury war unser nächstes Ziel. Das Städtchen war ziemlich ähnlich wie Chester, nur noch kleiner. Aber man soll es nicht glauben, ich habe da meinen absoluten Favoriten-Pub gefunden! Von aussen hat man das Gefühl, dass diese Lokalität ein richtiges Loch ist. Nicht weil es so schäbig aussieht, sondern weil die Front so klein ist. Geht man dann aber rein, wird der Raum immer grösser. Beim Eingang stehen Sessel und kleine Tische und der richtige Pub beginnt dann im hinteren, etwas abgetrennten Teil. Ausserdem ist das Essen da unglaublich gut…

 

Die ganze Reise war aber auch sehr lehrreich. Ich habe gelernt, dass das Internet lügt und dass es das letzte Mal war, dass ich mit einem Rollkoffer reisen ging. Meiner ist nämlich genau so gross, dass er wie angegossen in die Lücke zwischen denn Sitzreihen im Zug passt. Ausserdem ist es mühsam, wenn man den Koffer immer mitschleppen muss, da Gepäckaufgaben in Grossbritannien eine Rarität sind. Einen Rucksack schnallt man sich an den Rücken und er ist aus dem Weg. Beim Rollkoffer muss man immer darauf achten, dass man aus Versehen nicht irgend so ein Pinscher überfährt.

Ich weiss, Bombenalarm und so ist der Grund, weshalb es keine Gepäckaufgaben gibt, aber trotzdem… Die einzige Gepäckaufgabe habe ich in Glasgow gefunden. Wahrscheinlich weil die noch zwei oder drei andere Bahnhöfe haben…

Überhaupt wird Sicherheit in Grossbritannien sehr grossgeschrieben. Auf den Bahnhöfen wird man immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass man sein Gepäck nicht unbeaufsichtigt lassen soll, da es sonst von den Sicherheitskräften beseitigt, beschädigt oder gar zerstört werden könnte. Ich weiss nicht, ich stelle mir dann immer irgendwo so einen Angestellten in seinem Überwachungsraum vor, der angespannt auf seine Monitoren starrt und dann bei der Sichtung eines unbeobachteten Gepäckstücks den roten Knopf drückt. Frrrp, weg ist der Koffer und nur noch ein schwarzer Fleck auf dem Boden und ein bisschen Asche zeugen von der ehemaligen Existenz des Gepäckstückes.

 

Noch etwas habe ich gelernt: Halltet euch um Himmelswillen fern von Oxenholme!!!

5.6.07 19:13
 


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