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Das Ende naht!

Kennt ihr das Gefühl, dass euch plötzlich die Zeit am davon laufen ist? Ich habe erst vor kurzem realisiert, dass ich nur noch etwa einen Monat in England bin. Auf diese Erkenntnis hin habe ich schnellstens überlegt, was ich noch alles machen und ansehen will. Die Liste wurde lang, sehr lang sogar. Irgendwie frage ich mich, was zum Teufel ich das ganze Jahr hier gemacht habe. Es ist ja nicht so, dass ich nur in meinem Zimmer sass und Däumchen drehte. Trotzdem hat meine To-Do-Liste Dimensionen angenommen, die unmöglich in einem Monat, oder besser gesagt in zwei Wochen, da ich nächste Woche ja in England umherreise, zu erledigen sind. Aus diesem Grund habe ich mir wieder einen Buspass für eine Woche gekauft und verbringe die Tage nun damit, im Bus zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen.

 

Es ist spannend zu sehen, wo man auf diese Art und Weise hingelangt. Am Montag habe ich es sogar geschafft, in die Zone 6 zu gelangen. Gut, ich habe einen Tag dafür gebraucht um da hin und wieder zurück zu kommen, und am Abend klingelten mir die Ohren mit den unterschiedlichsten  Handy-Klingeltönen.

Eigentlich sollte man nur noch mit geschlossenen Augen Bus fahren. Denn dann kann man sich wenigstens vorstellen, in einer Disco zu sein, in der sich der DJ nicht entscheiden kann, welches Lied er spielen soll und er deshalb einfach alle gleichzeitig abspielt. All die Leute mit ihren schicken Mobiltelefonen, mit welchen sie die neusten und nicht so neuen (Elvis Presley bezeichne ich jetzt ganz wagemutig mal als etwas älter&hellip Hits anhören. Einer allein wäre ja nicht das Problem; aber sobald einer anfängt, hat ein anderer das Gefühl er müsse ihn solidarisch unterstützen, zückt sein Handy und trägt seinen Betrag zur musikalischen Schulung der Passagiere bei. Rücksicht auf andere ist dabei ein unbekanntes Fremdwort.

 

Überhaupt sind Rücksichtnahme und Höflichkeit sehr dehnbare Begriffe. Das zeigt schon das bekannte Beispiel des Anstehens, wofür die Engländer ja berühmt sind. Überall wird eine Schlange gebildet. An den unmöglichsten Orten, ob nun genug Platz ist oder nicht. Die Engländer tun es- im eigenen Land. Sobald sie jedoch ausserhalb der britischen Grenzen sind, ist das Schlangestehen Geschichte. Dann kommen die Ellbogen zum Einsatz. Diese schmerzhafte Erfahrung musste ich auf meiner Busreise nach Irland mehrmals machen.

In solchen Momenten frage ich mich, was in meiner Erziehung falsch gelaufen ist. Da benutze ich die Höflichkeitsform um meine Getränk zu bekommen, sage ‚Please’ und ‚Thank you’, und neben mir bestellt sich ein Engländer sein Bier mit: ‚One Lager!’. So läuft das.

Mit Erschrecken musste ich vor kurzem sogar feststellen, dass meine Höflichkeit einen neuen Tiefpunkt erlangt hat. Da entschuldigte ich mich doch tatsächlich bei einer Person dafür, dass sie mir auf den Fuss gestanden ist! Wie soll ich das nun verstehen? So in etwa: "Entschuldigung, dass mein Fuss da im Weg war. Es wird nie wieder vorkommen. Das nächste Mal werde ich ihn gleich anheben, so, dass Sie sich nicht mehr die Mühe machen müssen, darauf zu treten!"

 

 

 

 

 

 

 
16.5.07 19:39
 


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